Einrasten
Der Magnet: was woran einrastet, wie nah du herankommen musst, was die roten Ausrichtungshilfen zeigen und welche Werkzeuge sich daran halten.
Das Einrasten zieht das, was du ziehst, auf eine nahe Rasterlinie, einen Punkt, eine Kante oder ein Objekt, damit Formen genau aufeinandertreffen statt beinahe. Es besteht aus einem Hauptschalter und vier Quellen und ist aus, bis du es einschaltest.
Einschalten
Die Magnetschaltfläche in der Werkzeugleiste ist der Hauptschalter. Sie beginnt ausgeschaltet, und deine Wahl bleibt über Sitzungen hinweg erhalten. Der kleine Pfeil daneben öffnet das Einrast-Bedienfeld: oben Einrasten aktivieren und Toleranz, dann die vier Quellen und darunter Alles auswählen, um jede Quelle auf einmal einzuschalten.
| Option | Standard | Was sie tut |
|---|---|---|
| Einrasten aktivieren | Aus | Derselbe Hauptschalter wie die Magnetschaltfläche: ist er aus, gilt nichts von dem, was darunter steht |
| Toleranz | 8 px | Wie nah, in Bildschirmpixeln, etwas sein muss, bevor es einrastet. Von 1 bis 50 |
| Raster | An | Der nächste Rasterschnittpunkt beim aktuellen Rasterabstand |
| Eckpunkt | An | Jeder Punkt jeder sichtbaren Formebene |
| Linie | Aus | Die nächstgelegene Stelle auf einem sichtbaren Pfadsegment |
| Objektgrenzen | Aus | Die Ecken, die Mitte und die Kanten der Begrenzungsrahmen anderer Objekte |
Schaltest du im Bedienfeld eine Quelle ein, schaltet das auch den Hauptschalter ein; ein angehaktes Kästchen ergibt also immer ein funktionierendes Einrasten. Das Ausschalten einer Quelle rührt den Hauptschalter nie an.
Wie nah nah genug ist
Die Toleranz wird auf dem Bildschirm gemessen und nicht im Dokument. Einzoomen macht das Einrasten deshalb genauer statt eifriger: Bei 800 % decken dieselben 8 Pixel ein Achtel der Dokumentstrecke ab, die sie bei 100 % abdecken.
Alle Quellen werden gleichzeitig durchsucht, und der nächstgelegene Anwärter gewinnt. Ein Punkt, der einen Pixel näher liegt als eine Rasterlinie, schlägt die Rasterlinie also.
Ausrichtungshilfen
Jedes Einrasten zeigt sich. Eine rote Linie läuft entlang der Kante oder des Punktes, der gepasst hat, über die Leinwand, und ein kleines Schild nennt den Abstand in Pixeln. Du siehst das, wenn du einen Knoten, ein Knochenende oder eine Form verschiebst, wenn du eine Form zeichnest und wenn du Punkte mit dem Zeichenstift setzt.
Objekte müssen nicht nah beieinander sein, um sich auszurichten. Solange eine Kante passt, spannt sich eine waagerechte oder senkrechte Hilfslinie über die ganze Leinwand, um es zu zeigen, und die Form landet genau darauf, wie die intelligenten Hilfslinien in Designprogrammen. Berücksichtigt wird jede Kante der Form, die du bewegst, nicht nur die, an der du sie gegriffen hast: Ziehst du eine Form an ihrer Oberkante, bekommen Unter-, linke und rechte Kante trotzdem jeweils ihre Chance, sich auszurichten.
Bewegst du mehrere Formen zugleich, richtet sich der Rahmen um die ganze Auswahl aus. Eine gedrehte Form richtet sich an ihren echten, gedrehten Ecken aus.
Welche Werkzeuge einrasten
Das Einrasten greift dort, wo du etwas positionierst:
- Verschieben, während du Ebenen ziehst
- Transformieren, während du den Körper der Auswahl ziehst, aber nicht beim Skalieren, Drehen oder Verschieben des Ankers
- Zeichenstift, sowohl beim Setzen eines Punktes als auch beim Ziehen seiner Anfasser
- Knoten, siehe unten, denn dafür gelten eigene Regeln
- Die Form-Werkzeuge, jeweils am Anfang und am Ende des Ziehens und beim Verschieben einer gerade gezeichneten Form
- Linie, am Anfang und am Ende eines Abschnitts und beim Ziehen eines Linienendes
Alles Übrige übergeht den Magneten vollständig. Bleistift, Pinsel, Radierer, Wischen, Messer, Füllen, Auswahlrahmen, Zauberstab, Pipette und Verlauf rasten nie ein. Malwerkzeuge sollen deiner Hand folgen. Auch die Wertanfasser einer Form, etwa ein Eckenradius, eine Ringdicke oder eine Kantenwölbung, rasten nie ein: Sie folgen genau dem Zeiger.
Einrasten am Knoten und Verschweißen
Das Knoten-Werkzeug nutzt die gemeinsame Toleranz nicht. Ziehst du einen Eckpunkt, rastet er innerhalb von 14 Bildschirmpixeln an jedem Eckpunkt und jeder Kante jeder sichtbaren Formebene ein, wobei der gezogene Eckpunkt selbst und seine beiden angrenzenden Kanten außen vor bleiben. Ein eingerasteter Eckpunkt landet genau auf seinem Ziel, statt den Abstand zu behalten, an dem du ihn gegriffen hast.
Schaltest du in den Knotenoptionen Verschweißen ein, ist dieses Einrasten auch bei ausgeschaltetem Magneten aktiv und beschränkt sich auf Eckpunkte. Kanten ziehen dann nicht mehr an. Verschweißen bestimmt außerdem, was beim Loslassen geschieht: Ist es an, verschmelzen zwei Eckpunkte strukturell, sobald du den einen auf dem anderen ablegst.
Einrasten beim Knochen
Das Knochen-Werkzeug hat seinen eigenen Magneten, wieder getrennt von dem in der Werkzeugleiste. Sein Kästchen zum Einrasten, das es nur im Bearbeiten-Modus gibt, zieht die Enden eines Knochens innerhalb von 15 Bildschirmpixeln auf den Anfang oder das Ende eines anderen Knochens. Während du einen neuen Knochen zeichnest, bekommst du dasselbe Einrasten auf Wunsch, indem du Strg hältst. Wo bereits eingerastet ist, gewinnt das Einrasten gegen die Winkelbeschränkung mit Umschalt.
Ohne Einrasten arbeiten
Das Einrasten ist eine Positionierhilfe und kein System aus Zwangsbedingungen. Es schreibt nie Geometrie um, die du nicht ziehst, und hinterlässt in der Datei keine Spur. Landet eine Form partout nicht dort, wo du sie haben willst, schalte den Magneten für diesen einen Zug aus, statt dagegen anzukämpfen. Die Schaltfläche ist einen Klick entfernt, und die Einstellung übersteht einen Neustart.