Doku Rigging

Physik und Wind

Ein gemeinsames Windfeld, das jeden dynamischen Knochen der Szene anschiebt, damit auch eine gehaltene Pose noch atmet.

Die Physikbedienfeld trägt eine einzige äußere Kraft: den Wind. Er ist ein Feld für die ganze Szene und nichts, was du je Ebene einstellst. Von Knochen zu Knochen unterscheidet sich nur, wie stark jeder darauf reagiert, und das steht am Knochen selbst. Wind bewegt ausschließlich Knochen mit eingeschalteter Dynamik, siehe Knochen und Dynamik.

Das Bedienfeld öffnen

Du öffnest sie mit Fenster ▸ Physik. Ab Werk ist sie aus und aufgebaut wie das Fenster für Ebeneneffekte: links eine Karte für das Windfeld, rechts seine Parameter. Die Parameter bleiben ausgegraut, bis du das Feld einschaltest.

Die Physikbedienfeld mit eingeschaltetem Wind und den Werten für Stärke, Windrichtung, Turbulenz und Böengeschwindigkeit.

Den Wind einschalten

Klick auf den Schalter auf der Windkarte. Bis dahin ist jeder Parameter darunter gesperrt, du kannst den Wind also nicht halb einstellen, bevor er an ist.

Die vier Parameter

ParameterStandardBereichWas er bewirkt
Stärke00 bis 300Die Gesamtkraft des Windes
Windrichtung0 bis 360°0° weht nach rechts, 90° weht nach unten
Turbulenz30 %0 bis 100 %Wie stark die Böen die Windstärke von Augenblick zu Augenblick schwanken lassen
Böengeschwindigkeit1,000 bis 10Wie schnell diese Böen an- und abschwellen

Im Hintergrund sind die Böen weder rein zufällig noch streng regelmäßig. Mehrere unabhängige Zyklen laufen ineinander, und Turbulenz und Böengeschwindigkeit bestimmen, wie weit sie die Grundstärke verändern und wie rasch diese Änderung vorangeht. Auch die Richtung schwankt mit den Böen mit, statt völlig starr zu bleiben. Deshalb wirkt der Wind wie Luft und nicht wie ein Metronom.

Wie ein Knochen entscheidet, ob er reagiert

Jeder Knochen mit eingeschalteter Dynamik skaliert den gemeinsamen Wind mit seiner eigenen Windempfindlichkeit von 0 bis 200 %, ab Werk 100 %, zu finden im Bereich Knochendynamik dieses Knochens. Ein lockeres Band mit hoher Empfindlichkeit fängt den Wind bereitwillig ein, ein schweres Requisit mit niedriger Empfindlichkeit rührt sich in derselben Böe kaum. Ein Knochen mit ausgeschalteter Dynamik bleibt unberührt, so hoch seine Empfindlichkeit auch steht, und eine Ebene ganz ohne dynamischen Knochen reagiert nie auf Wind, was auch immer in der Physikbedienfeld eingestellt ist.

Eine weitere Ausnahme: Ein Knochen mit IK-Ziel und jeder Knochen in der Kette, die der Solver schreibt, ignoriert das Windfeld, was seine Empfindlichkeit auch sagt. Solver und Windfeder würden sich sonst um dasselbe Gelenk streiten. Siehe Knochendynamik.
Der Wind selbst lässt sich nicht mit Keyframes animieren. Er ist eine feste Einstellung für die ganze Szene und wird mit dem Projekt gespeichert. Und wie die Knochendynamik läuft er nur weiter, solange der Abspielkopf über die Zeitleiste wandert. Ein angehaltenes Bild treibt nicht von selbst im Wind weiter.