Malen
Malen und Vektorzeichnen sind zwei Ebenenmodelle, die in derselben Szene nebeneinander liegen. Pinsel, Bleistift, Radierer und Füll-Werkzeug wechseln je nach Auswahl zwischen ihnen.
Celas Studio hält gemalte und gezeichnete Inhalte auf zwei Arten: auf Pixelebenen, wo ein Strich eine Änderung an einer Bitmap ist, und auf Vektorebenen, wo jeder Strich eine Form bleibt, also ein Bézier-Pfad mit Punkten, die du später noch bearbeiten kannst. Worauf du landest, hängt an der Ebene, die beim Beginn des Strichs ausgewählt war.
Pixelebenen: Raster und Pixel
Zwei Ebenentypen tragen Pixel. Eine Rasterebene arbeitet mit Zellen, nach demselben Modell wie die Zeichnungen einer Vektorebene: Jedes Bild hält entweder seine eigene gemalte Zelle oder verwendet die nächstliegende frühere weiter. Malst du eine Zelle neu, ändern sich also alle Bilder, die sie teilen. Ab Werk misst sie 1920 × 1080 und passt damit zur Leinwand. Eine Pixelebene hält stattdessen eine einzige durchgehende Bitmap ganz ohne Zellen, und ihre Grenzen wachsen einfach mit dem mit, was du darauf malst.
Vektor-Zellen
Auch eine Vektorebene ist ein Behälter für Zellen, nur enthält jede Zelle gewöhnliche, bearbeitbare Formebenen statt Pixel, jeweils dieser Zelle zugeordnet. Zeichnest du mit dem Bleistift darauf, kommt eine neue Form in die aktuelle Zelle, statt dass eine Bitmap verändert würde. Du bekommst also einen bearbeitbaren Pfad und keine gemalten Pixel.
Wohin ein Strich geht
| Werkzeug | Auf einer Vektorebene | Auf einer Raster- oder Pixelebene | Sonst oder ohne Auswahl |
|---|---|---|---|
| Pinsel | Vereint den Strich mit der Vektorgeometrie der Form | Malt Pixel | Malt Pixel und legt beim ersten Strich eine neue Pixelebene an |
| Bleistift | Fügt der aktuellen Zelle eine neue Form hinzu | Malt Pixel und verhält sich damit wie der Pinsel | Legt eine eigenständige Formebene an |
| Radierer | Nicht anwendbar | Löscht Pixel | Schneidet ein Loch aus jeder geschlossenen Formebene der Szene, sofern die Ebene selbst keine bemalbare Raster- oder Pixelebene ist |
Das Füll-Werkzeug folgt derselben Idee: Ein Klick auf eine Form färbt sie um, ein Klick in die Zeichnung einer Vektorebene füllt die umschlossene Fläche mit einer neuen Form, und nur bei einer Raster- oder Pixelebene als Ziel (oder ganz ohne Auswahl) fällt es auf eine schlichte Pixelfüllung zurück und legt dafür eine Rasterebene an, falls es noch keine gibt.
Was ein Strich festschreibt
Auf einer Pixelebene baut sich ein Pinselstrich beim Zeichnen in einem Zwischenspeicher auf und wird beim Loslassen einmal mit der Deckkraft des Strichs aufgetragen. Mehrfaches Überfahren derselben Stelle innerhalb eines Strichs kann diese Deckkraft also nicht überschreiten. Auf einer Vektor- oder Zeichenebene vereint das Loslassen die gemalte Form mit der Geometrie des Ziels, oder schneidet sie heraus, wenn der Radierer eingeschaltet ist. Zurück bleibt eine zusammengesetzte, bearbeitbare Form statt einer Änderung an einer Bitmap.
Innerhalb einer Auswahl malen
Eine anliegende Pixelauswahl maskiert das Malen in beiden Modellen. Ein Rasterstrich und ein Vektorklecks werden gleich beschnitten, und zwar live beim Zeichnen: Die Farbe hält an der Auswahlkante an, statt darüber hinauszulaufen und beim Loslassen zurückzuspringen. Auch das Radieren wird maskiert, denn eine Auswahl begrenzt jeden Malvorgang und nicht nur die auftragenden.
Die Auswahl legst du einmal mit dem Auswahlrahmen oder dem Zauberstab an, und sie gilt für die Ebene, auf der du als Nächstes malst. Sie gehört zum Projekt und nicht zu einer Ebene. Wie du eine aufbaust, kombinierst und weichzeichnest, steht unter Auswahlrahmen-Werkzeug.
Alpha sperren
Alpha sperren friert die Transparenz einer Ebene ein und lässt dich nur noch ihre Farbe übermalen. Photoshop nennt es Transparente Pixel fixieren, Krita Alpha erhalten. Es gibt das auf Raster- und Pixelebenen, den beiden Typen, deren Pixel überhaupt eine Transparenz haben, die sich erhalten ließe.
Einschalten kannst du es in der Reihe der Funktionsschaltflächen oben in der Ebenenbedienfeld, im Kontextmenü der Ebene oder in der eigenen Punktspalte in der Zeitleiste. Alle drei schreiben denselben Schalter, jeder ist ein Rückgängig-Schritt, und die Einstellung wird mit dem Projekt gespeichert. Aus dem Kontextmenü gilt sie für die ganze Auswahl.
Die Regel gilt der Ebene, nie der Farbe: Ein leeres Pixel bleibt leer, ein halb gedecktes bleibt halb gedeckt, und nur die Farbe darunter darf sich ändern. Malst du über eine Schriftebene, färbst du die Buchstaben um, und der Raum um sie herum bleibt frei, so weit du auch darüber hinaus streichst.
Alles, was die Alphawerte der Ebene ändern würde, wird bei gesetzter Sperre abgelehnt statt halb ausgeführt. Radierer und Löschen lassen die Pixel in Ruhe, der Farbeimer färbt um, was schon da ist, statt in leeren Raum zu laufen, und ein Zug mit dem Auswahlrahmen hebt keine schwebende Auswahl ab, denn Abheben schneidet die Pixel heraus.
Malen und Zeichnen nebeneinander
Weil beide Modelle einfach Ebenen sind, kannst du sie frei stapeln: einen von Hand gemalten Pixelhintergrund unter einer gerigten Vektorfigur, oder eine saubere Vektorzeichnung über einer groben Pixelskizze. Gemalte Inhalte einer Raster- oder Vektorebene verwaltest du Zelle für Zelle in der Bedienfeld Zellen. Eine Pixelebene hat keine Zellen zu verwalten, denn sie ist immer nur das eine durchgehende Bild.