Doku Animation

Kamera

Die Kamera ist eine einzige, eingebaute Ebene, die du schwenkst, zoomst und neigst, um eine Szene zu kadrieren. Ebenen in verschiedenen Tiefen verschieben sich dabei gegeneinander.

Jedes Projekt hat genau eine Kamera. Sie entsteht von selbst und lässt sich weder duplizieren noch löschen. Im Menü zum Anlegen von Ebenen gibt es deshalb keinen Eintrag Kamera, es ist ja nichts hinzuzufügen.

Verschieben und zoomen

Wähle die Kamera aus und wechsle zum Kamera-Werkzeug. Zieh innerhalb der Leinwand, um frei zu schwenken, oder zieh an einem der beiden Achsenpfeile, rot für X und grün für Y, um die Bewegung auf diese Achse zu beschränken. Direkt in der Mitte der Kamera liegt eine kleine tote Zone, die dem freien Schwenken vorbehalten ist.

Das Kamera-Werkzeug arbeitet nur im Animieren-Modus. Verlass also zuerst den Bearbeiten-Modus, sonst bewirkt das Ziehen nichts.

Der Kamerazoom ist eine Eigenschaft der Kamera selbst, zu finden unter Eigenschaften ▸ Zoom mit einem Bereich von 0,1 bis 10 und dem Standardwert 1. Das ist etwas anderes als der Zoom des Arbeitsbereichs, der nur ändert, wie groß deine Arbeitsansicht wirkt, und der nie Teil des Renderings ist. Er lässt sich mit Keyframes versehen und hat eine eigene Spur in der Zeitleiste, eine eigene Graphenkurve und einen eigenen Auto-Key-Kanal; eine Fahrt nach vorn wird also an der Kamera animiert statt durch Skalieren der Grafik vorgetäuscht.

C Kamera-Werkzeug

Kameraansicht

Die Modusgruppe in der oberen Leiste des Arbeitsbereichs hat ein Feld für FX, eines für die Kameraansicht und eines für 3D. Schalte die Kameraansicht ein, um genau durch die Kamera zu sehen, so wie sie rendern wird: Die Leinwand liegt in einem abgedunkelten Rahmen mit goldener Kante. Schwenken, Zoomen und Umkreisen sind dabei gesperrt, denn genau das zeigt die fertige Ausgabe.

Die Kameraansicht rahmt die Leinwand in einem goldumrandeten Rahmen ein; eine Hintergrundebene ist sichtbar weicher als eine scharfe Figur im Vordergrund.

Zielpunkt

Der Zielpunkt steht in den kameraeigenen Zeilen der Eigenschaften und ebenso in den Optionen des Kamera-Werkzeugs. Er schaltet die Kamera zwischen zwei Verhaltensweisen um. Aus ist sie eine freie Kamera, die über ihre eigene Neigung und Drehung ausgerichtet wird. An folgt sie einem Zielpunkt, den du setzen und mit Keyframes animieren kannst. Einer bewegten Figur zu folgen heißt dann nur noch, den Zielpunkt zu animieren statt die Drehung der Kamera.

Schärfentiefe

Die Schärfentiefe von 0 bis 100, ab Werk 0, zeichnet Ebenen mit eingeschaltetem 3D umso weicher, je weiter sie von der Tiefe des Zielpunkts entfernt liegen. Eine Ebene auf gleicher Höhe bleibt scharf, und je weiter eine andere davon abweicht, desto weicher wird sie. Betroffen sind nur Ebenen, deren eigener 3D-Schalter an ist, und wirksam wird sie erst, wenn du wirklich durch das Objektiv siehst, also in der Kameraansicht oder in einem Export.

Die Schärfentiefe lässt sich mit Keyframes animieren, und ihre Unterspur sitzt genau einmal in der Gruppe Transformieren der Kamera, neben Zoom, Zielpunkt, Drehung X (Neigen) und Drehung Y (Schwenken). Alle vier nehmen aus dem Kontextmenü ihrer Zeile den Befehl Keyframe hinzufügen an, und alle vier folgen dem Filter für Unterspuren wie jeder andere Kanal.

Tiefe im Multiplane

Für die Multiplane-Parallaxe müssen zwei Dinge zugleich an sein: der 3D-Schalter des Arbeitsbereichs, siehe Die 3D-Ansicht, und eine Kameratiefe über 0 an der Kamera selbst, wählbar zwischen 0 und 8 und ab Werk 0. Sind beide an, verschieben sich Ebenen, die du über das Z-Feld der Position nach hinten gelegt hast, beim Schwenken weniger als nähere. Das ist der klassische Multiplane-Eindruck. Ist der 3D-Schalter aus, bleibt die Tiefe ein reiner Datenwert mit Keyframes, und nichts verschiebt sich gegeneinander.

Die Kamera als 3D-Objekt

Ist der 3D-Schalter des Arbeitsbereichs an und wählst du die Kamera aus, bekommt sie ein eigenes Gizmo zum Verschieben. Verschieben-Werkzeug und Transformieren-Werkzeug bewegen das Auge und den Knoten des Zielpunkts getrennt: Greif den Zielpunkt, um neu auszurichten, ohne die Kamera zu versetzen, oder greif das Auge, um das ganze Gespann zu bewegen. Das Kamera-Werkzeug bewegt Auge und Zielpunkt dagegen zusammen als einen Körper. Bei einer freien Kamera mit ausgeschaltetem Zielpunkt bekommt der Augenknoten zusätzlich Ringe zum Neigen und Schwenken. Ist der Zielpunkt an, sind diese beiden ausgeblendet, denn dann entscheidet schon der Zielpunkt, wohin die Kamera blickt.